Hegemaßnahme 02.02.2019

Aufgrund vorhergehender starker Schneefälle (in sehr kurzer Zeit) während des Januars war im Revier echte Notzeit für das Wild ausgebrochen. Die Schneehöhen am Osthang der Kugel betrugen zwischen 1,20 und 1,80 Meter. Der Schnee war in der Konsistenz relativ locker und nicht tragend. Dadurch war es für das Wild nahezu unmöglich sich im Revier zu bewegen, geschweige denn an natürliche Äsung, wie Brombeersträucher, Flechten oder Blaubeerknospen zu gelangen.

Um übermäßigen Verbiss an Fichten und Tannen in den Einständen des Rehwildes vorzubeugen, wurde es notwendig, Äsungsmöglichkeiten am Boden in der Nähe der Einstände freizulegen. Und ebenfalls Saftfutter (Äpfel und Apfeltrester) zur Flüssigkeitsergänzung und als Vitaminbombe mit Raufutter auszulegen. Auf das Ausbringen von Kraftfutter musste aufgrund der Zottengröße in den Pansen zur Winterzeit verzichtet werden. Diese Art von Futter hätte sich kontraproduktiv ausgewirkt, weil die Verbissbelastung dadurch erhöht worden wäre. Die Äpfel wurden von einem Obstbauern am Bodensee gespendet und von Anwärtern im Transport besorgt.

Ausgerüstet mit Schaufeln, Schneeschuhen, Rucksäcken und rund 160 Kg Trester und gehackten Äpfeln, sowie einen (von Anwärtern besorgten) Heuballen rückten aktuelle Anwärter der Jagdschule und Jäger aus. Ziel der Hegemaßnahme war, dem nahezu bewegungsunfähigen Wild Saftfutter und Raufutter auszulegen. Weiterhin möglichst große Flächen von Brombeersträuchern und Blaubeerknospen frei zu schaufeln. Damit wenigstens eingeschränkt auch natürliches Raufutter zugänglich wurde.

Wie die Videos unten beweisen, wurde die Unterstützung durch das Wild dankend angenommen. Anfragen seitens der in deutschen Medien zahlreich vertretenen Natur-, Umwelt- und Tierschützern/innen außerhalb der Jägerschaft, ob Unterstützung für Wild bei dieser Witterung notwendig sei, hatten wir keine erhalten.